Bucht von Kotor

Die Bucht von Kotor (montenegrinisch: Boka Kotorska, oder kurz Boka) reicht ganze 28 km ins Inland von Montenegro hinein und bildet einen der besten Naturhäfen Europas. Der Küstenverlauf ist hier stark verzweigt und die Berghänge sind steil und hoch.

Das gibt diesem Landstrich eine besonders reizvolle Erscheinung, die vor allem Urlauber zu schätzen wissen. Neben viel Kultur gibt es hier auch sehr schöne Strände und Bademöglichkeiten.

Auch die UNESCO hat die Besonderheiten dieser Region bereits honoriert und die inneren Buchten von Risan und Kotor zum Welterbe ernannt.

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boka kotorska
Blick auf die Inseln in der Bucht von Kotor (c) TC

Die Menschen in dieser Region nennen sich in alter Seefahrertradition kurz Bokelji. Die Bucht ist sehr geschichtsträchtig und bietet mit der Stadt Kotor im äußersten Winkel der Bucht eine sehenswerte mittelalterliche Festungsstadt, die gerne von Touristen besucht wird. Interessant und typisch für die Bucht sind auch der malerische Ort Perast, die Klosterinsel Sveti Đorđe mit Friedhofsinsel Gospa od Skrpjela.

 

Südlichster Fjord Europas

Die Boka Kotorska gilt als südlichster Fjord Europas, wenn sie auch im Vergleich zu den Fjorden Norwegens eine andere Entstehungsgeschichte aufweist und daher der Begriff „Fjord“ eigentlich nicht ganz passend ist. Sie ist sehr stark mit religiösen Kultstätten ausgestattet und hat einige Wallfahrtsorte wie das orthodoxe Kloster Savina oder die Nemanjiden-Gründung des Klosters vom Hl. Michael auf der Insel Otok Cvijeca. Wichtige Kirchen findet man in den Städten Herceg Novi, Kotor, Perast und Risan.

Der älteste Ort der Bucht ist Risan, er geht auf eine illyrisch-griechische Gründung zurück. Einige Städte und Orte sind römischen Ursprungs wie etwa Kotor und Rose, später im Mittelalter folgten die Gründungen von Orten wie Herceg Novi. Diese auch bei Urlaubern beliebte Stadt liegt einerseits an den mäßig steilen Bergen des Orjengebirges und anderseits an der Topla-Bucht und ist heute die größte Siedlung der Bucht. Perast stammt aus der venezianischen Herrschaftsepoche und hat noch einige Zeugnisse aus dieser Zeit bewahrt.

Die Bucht von Kotor wird eingerahmt vom Orjen-Gebirge im Westen und dem Lovćen im Osten. Durch diese Lage ist die Region klimatisch begünstigt und ist abgeschirmt von den kalten und berüchtigten Winterstürmen wie der Bora. Aufgrund der Lage ist das Klima ansonsten mild, teilweise aber mit hohen Niederschlägen (bis zu lokalen Extremwerten zwischen 4.000 – 6.500 mm, die mit die höchsten in Europa darstellen!) versehen.

 

Klimatische Besonderheiten in der Bucht von Kotor

Lange Trockenperioden wie im Mittelmeerraum üblich, sind hier ungewöhnlich. Davon profitieren die Pflanzen und das „Grün“ der Landschaft, die im Gegensatz zu den umliegenden Karstgebirgen steht.

Die unterschiedlichen Höhenstufen auf engstem Raum bedingen eine erstaunliche Fauna und Flora. Bis 500 m Höhe kann man die Landschaften der mediterranen Zone zuweisen, insgesamt kann man die Bucht auch als Übergangsklima zum Lorbeerwaldklima bezeichnen, das weltweit äußerst selten vorkommt.

Die Bucht von Kotor war meist historisch-politisch in anderen Händen, als der Rest des Landes. Westrom aber auch die Habsburger bzw. die Österreicher prägten das Gebiet lange, besonders nachhaltig aber auch die Venezianer. Daher entdeckt man heute überall historische Zeugnisse der einzelnen Herrschermächte. Die Bucht von Kotor ist deshalb nicht nur wegen ihrer landschaftlichen Besonderheiten und Schönheiten eine Reise wert, sondern auch wegen vieler geschichtlicher und religiöser Stätten.

Ein Geheimtipp sind die wunderschönen aus Naturstein erbauten Dorfkirchen im umgebenden Bergland, die durchaus einen Ausflug wert sind. Auch wenn man nicht direkt in der Bucht seinen Urlaub verbringt, sollte man sich sofern man mobil ist (zum Beispiel mit einem Mietwagen) einen Ausflug in diese besondere Landschaften gönnen und mindesten 1. Tag dafür einplanen.

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